Schreibtischkommode - godoit.ch

Projektbeschreibung

Das ist meine fertige Schreibtischkommode

Schritt für Schritt Anleitung von Martina.Ag

1 Abfetten oder Schleifen?

Weil diese Möbel so gut halten, reicht es, das Möbel abzuwaschen. Am besten zuerst mit Essig und dann nur mit Wasser. Abwaschmittel benutze ich nicht, weil dieses Flecken hinterlässt.

Wenn man noch alten Lack auf dem Möbel hat, ist es besser, das Möbel abzuschleifen, weil ansonsten der Lack durchkommt.

Und sobald das Möbeli parat ist, können wir loslegen.

Tipps vom Profi

1. Wahl der richtigen Schleifart

Zu den beliebtesten Schleifmaschinen zählen Schwingschleifer, Exzenterschleifer, Bandschleifer und Deltaschleifer. Dabei besitzt jede Schleifmaschine ihre Eigenheiten und ihre spezifischen Einsatzmöglichkeiten:

  • Schwingschleifer:
    Eignet sich für Vor- und Nachschleifarbeiten an verschiedenen Werkstoffen sowie für grosse Flächen
  • Exzenterschleifer:
    Eignet sich gut zum Feinschleifen, ist vielseitig und hinterlässt kleinere Rillen im Schleifgut als bspw. der Schwingschleifer
  • Bandschleifer:
    Eignet sich zum Schleifen von grossen Flächen. Ist ideal für eisenhaltige Metalle, bei Holz sorgt er für einen raschen Materialabtrag
  • Deltaschleifer:
    Eignet sich insbesondere für Holz und ist ideal für die Bearbeitung kleiner Flächen, Kanten und Ecken

Nebst den Schleifmaschinen bringt das Schleifen von Hand nach wie vor einige Vorteile mit sich, wie beispielsweise genaueres und feineres Schleifen. Das Schleifen von Hand ist vor allem bei kleineren Flächen praktikabel. Zudem wird empfohlen, nach dem Einsatz von Schleifmaschinen die bearbeiteten Flächen zusätzlich von Hand nachzuschleifen.

2. Mit der Holzmaserung schleifen

Um tiefe und unschöne Kratzer im Holz zu verhindern, muss stets mit der Maserung geschliffen werden. Vor allem wenn mit Beizen gearbeitet wird, sind Kratzer entgegen der Holzmaserung gut sichtbar. Maserungen sind insbesondere bei Naturhölzern vorhanden.

3. Zuerst grob, dann fein

Der Schleifprozess sollte immer zuerst mit einer groben Körnung begonnen und dann kontinuierlich mit feineren Körnungen fortgesetzt werden, bis die gewünschte Beschaffenheit der Oberfläche erreicht wird. Meistens sollte eine grobe Körnung zum Anschleifen und eine feine Körnung für den Feinschliff ausreichen, um die gewünschte Glätte zu erreichen. Je nach Baumart und Behandlung kann es aber vorkommen, dass dazwischen noch mit weiteren Körnungen geschliffen werden muss.

4. Gewünschtes Ergebnis immer im Kopf haben

Man sollte sich vor dem Schleifbeginn im Klaren sein, wieviel Holz man abtragen möchte. Es empfiehlt sich, am Anfang nicht zu viel wegzuschleifen und den Abtrag regelmässig zu kontrollieren. Um allfällige Unebenheiten zu erkennen muss man lediglich den Feinstaub entfernen und in einem niedrigen Winkel über das Werkstück schauen. Vor allem bei einer Bearbeitung mit Beize sollte nicht zu viel Holz abgetragen werden, denn durch einen zu feinen Schliff kann das Holz weniger Beize aufnehmen, was im Endeffekt zu helleren Holzstücken führt. 

 

verwendete Werkzeuge
  • Schleifmaschine
  • Schleifklotz
verwendetes Material
  • Schleifpapier

Bevor Holz weiterverarbeitet wird, sollte es gesäubert werden. Dies kann grundsätzlich durch Schleifen als auch durch chemische Reinigungsmittel wie bspw. Terpentin oder Nitroglyzerin passieren. Der Sinn des Reinigens besteht darin, dass Holz gesäubert wird, bevor man es weiterverarbeitet. Verunreinigtes Holz sollte nicht weiter verarbeitet werden, da beispielsweise durch das Auftragen einer neuen Farbschicht diese Verunreinigungen tiefer eingearbeitet werden und das Holz dadurch nachhaltig geschwächt wird. 

Ob man zur Schleifmaschine oder eher zum Reinigungstuch greifen soll, kommt dabei stark auf die Beschaffenheit der Holzoberfläche an. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass altes, stark verunreinigtes oder lackiertes Holz geschliffen werden muss. Hingegen kann weniger altes, weniger stark verunreinigtes sowie weniger stark bearbeitetes Holz eher mit chemischen Reinigungsmitteln gesäubert werden. 

Das ideale Vorgehen muss dabei stets individuell abgeklärt werden. Es ist aber in jedem Fall essenziell, das Holz vor dessen Weiterverarbeitung gründlich zu säubern.

 

verwendete Werkzeuge
  • Schleifmaschine
  • Schleifklotz
verwendetes Material
  • Schleifpapier

2 Erster Anstrich

Ich arbeite mit Kreidefarbe. Diese mache ich selbst, indem ich Schleimkreide zur Acrylfarbe hinzufüge. 

1l Acrylfarbe mit 350-400ml Wasser vermengen und ca 8-10 Suppenlöffel Schleimkreide dazumischen. (Schleimkreide kann man im Malergeschäft oder in der Apotheke kaufen. Ich lasse sie mir aus dem Ausland liefern.)

Es kann einem vorkommen, dass die Farbe zu wässerig ist, aber das macht nichts. Möbel 2-3x streichen. Bei dieser gemischten Farbe ist gut, dass sie innerhalb von 30min trocknet. So kann man schneller arbeiten. 

3 Zweiter Anstrich

Die zweite Farbe wird genau so gemischt wie die erste.

Ich habe mich für eine Schablone entscheiden. Dabei ist wichtig, dass man sie gut anklebt, sonst verrutscht sie und das Muster stimmt dann nicht.

Wenn die Schablone gut klebt, kann mand die Farbe drauftupfen. Aber nicht zu viel Farbe verwenden, weil sie ansonsten unter die Schablone läuft! 

Um die Schablone wieder abzuwaschen, kann ein normaler Schwamm verwendet werden. 

Tipps vom Profi

Schwammtechniken eignen sich ideal, um mit kleinem Aufwand einen grossen Effekt zu erzielen. Wir empfehlen das Benutzen von Naturschwämmen, da der Naturschwamm einerseits robust und gut zu reinigen ist und sich andererseits damit eine unerschöpfliche Vielzahl von Möglichkeiten für die Gestaltung von Wänden und Decken bietet. Um herauszufinden, welche Tupftechnik man anwenden möchte, sollte man dies zuerst auf einem Stück Karton auszuprobieren. So sieht man schnell, was einem gefällt und ob man die Technik beherrscht. 

Tupftechnik:

Durch die natürliche Faserung erzielt jede Schwammseite ein individuelles Bild. Um diese Vielfältigkeit auszunützen, sollte man den ganzen Schwamm mit der gewünschten Farbe benetzen. Durch Variieren des Drucks, den man mit dem Naturschwamm ausübt, kann man der bearbeiteten Fläche eine noch verfeinerte Struktur verpassen. Bearbeitet man eine bereits vorher angestrichene und noch feuchte Fläche, so gilt es zu beachten, dass die beiden Farbtöne ineinander verlaufen. Ist der Untergrund trocken, so erreicht man eine strikte Trennung zwischen den Farbtönen.

Wischtechnik:

Ähnlich wie beim Tupfen wischt man hier kreuz und quer über die Oberfläche und kann durch das Variieren des Drucks unterschiedliche Effekte erzielen. Ist der Schwamm mit viel Farbe vollgesogen, so entstehen rustikale Effekte. Benutzt man weniger Farbe, so gestalten sich die Oberflächen-Effekte dezenter.

Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, so muss der Schwamm mit Wasser ausgespült werden, bis jede einzelne Faser komplett von der Farbe befreit ist. Nur so kann man ihn auch beim nächsten Schwammtechnik-Einsatz wieder einwandfrei benutzen.

Wichtig: Denke während dem Tupfen und Wischen nicht viel nach und lass dich in deinen Bewegungen einfach gehen - so entstehen die schönsten Kunstwerke!

verwendete Werkzeuge
verwendetes Material
  • Naturschwamm

4 Lack oder Wachs?

Lack ist stabiler, aber Wachs ist schöner. 

Wachs härtet ca 6-8 Wochen, aber er hinterlässt keine gelben Spuren.

Lack ist stabiler, aber man sollte immer schauen, wo man ihn verwendet und was für einen Lack man eingentlich braucht.

Mit Wachs ist es einfacher. Ich benutze Annie Sloan Wachs und ich bin sehr zufrieden. Für dieses Möbel habe ich einen klaren Wachs verwendet und für den Rand einen weissen Wachs. Warum einen weissen Wachs? Es ist für die Optik, denn es sieht weicher aus und man kann damit auch Patina machen.

Den Wachs trägt man entweder mit einem Wachspinsel oder mit einem Baumwolltuch auf. Genauso zum polieren. 

Tipps vom Profi

Mit Wachs

Eine schonende Möglichkeit der Holzpflege ist das Wachsen. Die Wachsbehandlung bewirkt, dass die Oberfläche glatt, glänzend und wasserabweisend wird und dennoch seine Atmungsaktivität und das erwünschte natürliche Aussehen beibehält. Holzwachse werden häufig aus Bienen- und Pflanzenwachsen sowie pflanzlichen Ölen und Harzen hergestellt. Somit stellt Wachs ein reines Naturprodukt dar und ist besonders umweltschonend. 

Doch auch diese umweltfreundliche Holzoberflächenbehandlung bringt einige Nachteile mit sich, denn auch hierbei handelt es sich um eine Methode, mit der nur eine leichte bis mittlere Belastbarkeit erzielt werden kann. Ein weiterer Nachteil ist, dass das behandelte Material im Anschluss sehr hitzeempfindlich ist, weshalb man beispielsweise mit heissen Töpfen vorsichtig sein muss. 

Entscheidet man sich für die Wachsbehandlung, hat man die Wahl zwischen einem zähflüssigen Balsam oder einer festeren Paste, die es sowohl in matten wie auch in glänzenden Farbnuancen gibt. Wie glänzend die Oberfläche wird, ist in der Regel davon abhängig, wie stark man den Wachs schliesslich poliert. Wenn man ihn stark poliert, wird er glänzend, reibt man das Möbelstück nur kurz ab, bleibt es relativ matt.

Mit Lack

Das Lackieren ist die haltbarste und strapazierfähigste Variante, Holz zu versiegeln, weil die Lackierung dem Möbelstück eine wasserfeste Schutzschicht verleiht. Jedoch hat auch diese Methode Nachteile, die man nicht ausser Acht lassen sollte. Durch die Versiegelung mit Klarlack werden alle Holzporen fest verschlossen, was die Atmungsaktivität des Naturmaterials vollständig unterdrückt. Zuem kann Lack verkratzen oder absplittern. Da punktuelle Ausbesserungen mit Lack immer sichtbar bleiben, muss die gesamte Oberfläche erneut bearbeitet werden, was zeit- und kostenintensiv ist. 

 

 

verwendete Werkzeuge
verwendetes Material

Patina ist eine durch Alterung entstandene Oberfläche (Struktur und Farbe). Dabei gibt es 2 verschiedene Arten von Patina - eine Natürliche und eine Künstliche:

  • Natürliche Patina = Schichten mit braunen, grauen oder grünen Färbungen, welche durch chemische Reaktionen von Metallen an der Luft entstanden sind
  • Künstliche Patina = Einerseits das Vortäuschen einer natürlichen Patina und andererseits gezieltes Einbringen von Schattierungen, um Vertiefungen vor allem auf Stilmöbeln zu betonen

 

verwendete Werkzeuge
verwendetes Material
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Autor
Martina.Ag (41)
Zeitaufwand
3 Stunden
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verwendete Werkzeuge
  • Schleifmaschine
  • Schleifpapier
  • Schwamm
  • Lappen
  • Pinsel
  • Farbspritzpistole
  • Schablone
  • Wachspinsel
  • Baumwolltuch
verwendetes Material
  • Essig
  • Wasser
  • Schleimkreide
  • Acrylfarbe
  • Farbe
  • Wachs

Kommentare

CatCatCat
So eine schöne und filigrane Arbeit. Toll gemacht und mit viel Liebe - das sieht man.
17.05.2018 12:23 Uhr

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